Die Begegnung und Erfassung eines Raumes ist für Nicole von Boletzky ein auf mehreren Ebenen stattfindendes Ereignis. Sie sieht ein Raumgefäss über die baulichen Aspekte hinaus als Spiegel derer, die diesen Raum nutzen und leitet ihre Themen aus dessen Funktionen oder Aufgaben ab. Im Zentrum ihrer Überlegungen steht der Begriff «Lebbarkeit» im Sinne von emotionalem Gehalt. Selbst in klar und geometrisch strukturierten Ausführungen ist sie von diesen Gedanken geleitet. So stellt sie die eigentliche Raumatmosphäre in den Vordergrund und modelliert vorhandene Elemente, bis sie mittels meist unaufdringlicher Eingriffe erstaunlichen Wandel herbeizuführen vermag - dies in engstem Kontext zu den entsprechenden Lichtführungen. Nicole von Boletzky erkennt das Potential unterschiedlichster Räume auf Anhieb und entwickelt Konzepte, die symbiotisch anmuten - zum Raum, zum Umfeld, vor allem zu den Menschen darin.