Objekte

Nicole von Boletzkys Arbeiten zeugen von höchstem Qualitätsanspruch, stets gepaart mit einer unaufdringlichen Originalität und Schnörkellosigkeit. Sie vereinen eine klar strukturierte Formensprache mit ihren ästhetischen Wertmassstäben.

Nicole von Boletzkys künstlerische Vorgehensweise ist äusserst durchdacht und selektiv, angetrieben von einer steten Suche nach innerer und gestalterischer Wahrheit. Was dabei herauskommt, nennt sie bescheiden «formale Zwischentöne». Dazu gesellt sich ihr enormes technisches Repertoire. Denn schon früh wurde ihr bewusst, dass nur die technische Raffinesse die Phantasie aus den Fesseln der Machbarkeit lösen kann.

Umgang mit Formen

Ob Nicole von Boletzky Räume gestaltet, Gesamtkonzepte entwickelt oder kleinformatig arbeitet, ihre Umsetzungen tragen zwar stets ihre unverwechselbare Handschrift, ohne dass man aber von einem engen, übersichtlichen Betätigungsfeld sprechen kann. Sie ist fasziniert vom Ansatz aus 'Nichts' - zumindest auf 'fast Nichts' - etwas zu schaffen.

Der Verzicht auf Effekthascherei in Form von oberflächlichem Glanz und Raritätensammlerei ermöglicht das Entdecken neuer Qualitäten und löst eine andere Art von Glücksgefühl aus. Dessen ist sich Nicole von Boletzky ganz sicher.

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Umgang mit Farben

Die Reduktion auf werkstoffeigene und meist unspektakuläre Farbwerte ist typisch für Nicole von Boletzky. Sie sieht im Verzicht auf markante Farbigkeit eine absichtsvolle Verweigerung. Dies im Wissen, dass die Abwesenheit des Colorits die Wahrnehmung auf Form und Komposition, auf die grafische Qualität und auf die Botschaft lenken wird. Tatsächlich sind die Wirkungszusammenhänge von verblüffender Einfachheit. Sie bevorzugt Werkformen, die bedingt durch ihren Ausdrucksgehalt, praktisch ohne Farbe auskommen. Es ist die Reduktion auf die wirkliche Substanz. Das Primat der Form , ob konstruktiv, expressiv, abstrakt, poetisch, oder sachlich nüchtern, wird mit der Abwesenheit allzu dominanter Farbe offensichtlich und unausweichlich. Darin sieht Nicole von Boletzky eine gewisse Erhabenheit.

Umgang mit Materialien

Zurückhaltung und Besinnung auf einfachste Materialaussagen prägen die Werkformen von Nicole von Boletzky schon seit jeher.

Sie bevorzugt natürlich gewachsene und allzeit verfügbare Grundwerkstoffe und sieht in dieser Anspruchslosigkeit die Aufforderung zur Formgebung. Sie bezeichnet ihr Vorgehen als 'in Absprache mit dem Werkstoff' und verweist auf die Wertschöpfung, die erst durch den gestalterischen Eingriff zustande kommen kann.

'Ein Gewinn für alle Beteiligten' meint sie hierzu lakonisch.

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